Selbsterkenntnis: Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Es bedarf der ehrlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und den eigenen Schwächen

Es geht darum die eigenen Stärken zu stärken und den Einsatz der eigenen Schwächen zu vermeiden, oder zu umgehen. Es gehört heute dazu, dass man in Bewerbungsgesprächen nach den Stärken und Schwächen gefragt wird. Die meisten Antworten gehören heute zum Standardvokabular eines jeden Bewerbers wie: ehrgeizig, motiviert, teamorientiert, etc. Meistens sind Sie leere Worthülsen. Es geht um die Frage: wer bin ich? und nicht um die Frage: wer soll ich sein?. Es bedarf einer ehrlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und mit den eigenen Schwächen. Beschreiben Sie, in welchen Situationen konnten Sie Ihre Stärken einsetzen und was war Ihr Erfolg damit und worin bestanden Ihre Misserfolge, was für Schwächen kamen dabei zu Tage. Was haben Sie dabei gelernt. Erfolgreiche Menschen verbinden Ihre Stärken mit den jeweils richtigen Situationen. Verwenden Sie dafür die SAR-Methode. SAR steht für Situation, Aktion, Resultat. Aufgepasst eine übertriebene Stärke kann rasch auch als Schwäche Ausgelegt werden. Z.B. grosszügig als verschwenderisch, willensstark als rücksichtslos, direkt als grob, etc.

Entwickeln Sie für den Umgang mit Ihren Stärken und Schwächen Ihre eigene Strategie, verwenden Sie dafür die SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Gefahren-Analyse)

SWOT Strategien 2

Diese Analyse hilft Ihnen, Situationen (z.b. eine neue Arbeitsstelle) zu finden, wo Sie Ihre Stärken einsetzen können. Chancen zu erkennen, um sich persönlich weiterzuentwickeln. Sie hilft Ihnen aber auch Schwächen abzubauen und Risiken zu vermeiden oder Ihnen auszuweichen. Sie erkennen damit auch Ihr Potenzial, Ihre noch nicht entwickelten Stärken. Sie können dazu eine Tabelle erstellen.

Marco Fuhrer

Selbsterkenntnis: Ist das Selbstbild nicht auch ein Fremdbild?

selbstbild

Das Selbstbild steuert das Denken, Fühlen und Verhalten. Es entstand durch die eigene Veranlagung, durch die gemachten Erfahrungen und deren Deutung. Aber auch durch die unterschiedlichsten Skripte die sich im Laufe der Zeit in unserem Unterbewusstsein eingenistet haben, Du musst., Sei schnell…, Sei fleissig…., etc.. Es wird auch sehr stark geprägt durch unsere Werte und Einstellungen. Das Selbstbild misst sich am Wunschbild, also daran, wie jemand gerne sein möchte. Wunschbild und Idealbild werden im Selbstkonzept zusammengefasst. Deshalb erlauben Sie mir die Fragestellung: Ist das Selbstbild nicht auch ein Fremdbild?

Die Übereinstimmung von Selbstbild und Wunschbild, Selbstbild und Fremdbild sind wichtige Voraussetzungen für die Leistungsfähigkeit, die psychische Gesundheit und für den richtigen Umgang mit Dritten. Je deutlicher das Selbstbild ist, und besser es mit dem Fremdbild übereinstimmt, desto klarer erkennt man den Unterschied zum Idealbild, daraus können Sie Entwicklungsschritte ableiten.

Statisches oder dynamisches Selbstbild

„So bin ich nun mal. Ich kann das einfach nicht!“ Haben Sie so einen Satz schon mal gehört? Oder haben Sie vielleicht selbst schon so gedacht? Vielleicht können Sie sich noch daran erinnern, wie Sie sich dabei gefühlt haben? Was für eine Situation mag das gewesen sein? Was war es, das Sie „einfach nicht konnten“?

Stellen Sie sich einmal vor, sie hätten zu diesem Zeitpunkt das Wörtchen „noch“ in Ihre Aussage einfügen können: „Ich kann das noch nicht.“ Was hätte sich für Sie verändert?

Die Veränderung, die hier stattfindet, bezieht sich auf das Selbstbild bzw. die Einstellung, die Sie sich selbst gegenüber haben. Die Psychologin Carol Dweck unterscheidet zwischen dem statischen Selbstbild (fixed mindset) und dem dynamischen Selbstbild (growth mindset) (Dweck, 2009). Der Unterschied zwischen beiden liegt sozusagen in dem „noch“, welches wir oben eingefügt haben.

Das dynamische Selbstbild beinhaltet die Annahme, dass Sie sich zu einem gegebenen Zeitpunkt auf einem bestimmten Entwicklungsstand befinden, und dass Sie auf dieser Basis viele neue Dinge erlernen können. Wenn Sie etwas jetzt noch nicht beherrschen, kann eine zukünftige Version Ihrer Selbst durchaus dazu in der Lage sein – wenn Sie sich auf die Lernerfahrung einlassen und den Gedanken zulassen, dass Sie es jetzt tatsächlich noch nicht können. Aber vielleicht bald!

Statisches Selbstbild (fixed mindset)

  • Fähigkeiten und Intelligenz sind grundsätzlich vorgegeben und nicht oder wenig veränderbar.
  • Erfolg bedeutet, gute Noten zu haben bzw. der Beste zu sein. Dabei zählt das Ergebnis.
  • Fehler werden gleichgesetzt mit einem Mangel an Kompetenz. Nach Fehlern sinkt die Motivation.

An diesem Punkt bleiben oft die meisten Pädagogen stehen.

Dynamisches Selbstbild (growth mindset)

  • Fähigkeiten und Intelligenz sind grundsätzlich entwicklungsfähig und veränderbar.
  • Erfolg bedeutet: „Lernen, um etwas besser zu verstehen.“
  • Fehler werden als Entwicklungsmöglichkeiten betrachtet. Dadurch steigen Motivation und Leistungsbereitschaft.

(von abb seminare Albert Glossner)

Risiken der Selbstbildverzerrung

Das Selbstbild das Menschen von sich haben ist immer subjektiv und unvollständig es besteht die Gefahr von: Narzissmus, Überkompensation, Verdrängung und Verleugnung, Rationalisierung und der Projektion.

Der Weg aus dieser Gefahr besteht im steten Abholen von Fremdbildern, sich ehrlich und selbstkritisch damit auseinanderzusetzen, um so zu authentischen und integren Menschen  zu werden.

Fremdbild

Ich weiss nicht, was ich gesagt habe, bevor ich die Antwort, meines Gegenübers gehört habe. (von Paul Watzlawick)

Die Einschätzung der Menschen, mit denen wir regelmässig Kontakt haben, ist eine wichtige Informationsquelle. Das Feedback das wir dabei erhalten ist oft schmeichelhaft, es kann aber schmerzlich sein. Es ist aber wichtig sich mit dem Feedback auseinanderzusetzen, Selbstbild und Fremdbild abzugleichen, um daraus die persönlichen Entwicklungsschritte abzuleiten.

Marco Fuhrer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Personal Branding: die ersten Schritte

Trust ConceptDieser Blog ist die logische Konsequenz und das Fortschreiben meiner bisherigen Blogs zum Thema Selbsterkenntnis. In diesen beschrieb ich, wie wichtig das Reflektieren und die Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Schwächen, mit dem Fremdbild und dem Selbstbild ist, und wie die Überzeugungen, Einstellungen und unsere Werte, schlussendlich unser Verhalten beeinflussen.

Sein – heisst wahrgenommen werden!

Ich suche nicht – ich werde gefunden!

„Während insbesondere die Amerikaner dem Selbstmarketing schon lange grosse Aufmerksamkeit schenkten, fristete die gezielte Eigenwerbung in unseren Breitengraden ein Schattendasein. Harte Arbeit, Leistung und Bescheidenheit galten bei uns lange als Tugenden – und tun es heute noch. Und das nicht zu Unrecht, denn Qualität ist immer noch eine wichtige Voraussetzung fürs Geschäft. In den letzten Jahren ist jedoch die Erkenntnis gereift, dass voller Arbeitseinsatz alleine nicht mehr reicht, um beruflich erfolgreich zu sein. Denn was nützen mir die grössten Erfolge, wenn niemand sie beachtet? Wie will ich trotz bester Qualifikationen den Zuschlag für meinen Traumjob erhalten, wenn keiner von meinen Fähigkeiten weiss? Und wie kann ich Kunden gewinnen, wenn diese mich und mein Angebot gar nicht wahrnehmen?“ (aus Profil macht Karriere von Frau Dr. Petra Wüst, Orell Füssli Verlag, ein sehr empfehlenswertes Buch).

Werden Sie zu Ihrer eigenen Marke! Schärfen Sie Ihr Profil! Heben Sie Ihre Einzigartigkeit hervor! Erfolgreiche Persönlichkeiten kommunizieren klar und deutlich wofür Sie stehen, auch mit Ihren Ecken und Kanten. Sie sind authentisch. Dies schafft Vertrauen und Identität, man kann diese Menschen einordnen und besser Verstehen. Es verschafft einem Glaubwürdigkeit und Reputation.

Zudem schafft das arbeiten an der eigenen Marke mehr „personal-content“, es stärkt das Selbstvertrauen, mehr Selbstvertrauen gleich mehr Charisma, mehr Charisma gleich grössere Wirkung mit dem was ich tue und sage.

In der Sprache des Internets: ein guter Content bewirkt mehr Follower, umso grösser ist der Erfolg.

Die ersten Schritte zum Personal Branding:

1. Das einzigartige Verkaufsversprechen (USP)

Hier beantworte ich die Fragen: Wer bin ich? Was macht mich aus? Worin bin ich gut? Was stelle ich dar? Was sind meine grössten Stärken? Was will ich damit erreichen? Damit heben Sie sich von der Masse ab. Man kann sich von Ihnen ein gutes Bild machen.

2. Unsere Emotionen (Emotional Selling Proposition ESP)

Was sind unsere liebsten, gelebten und erlebten Emotionen?  Was ist Ihr innerer Leuchtturm: was sind Ihre Überzeugungen, Einstellungen, gelebten Werte? Ihre liebsten Hobbies? Lasst die Menschen daran teilhaben. Es geht um den Aufbau von nachhaltigen Beziehungen, schaffen von Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

3. Welches Ziel will ich wie und wann erreichen?

Formulieren Sie es nach der SMART-Regel. In welchen Business will ich tätig sein? Was soll den Menschen  bei meinem Namen in den Sinn kommen? Wo ist mein Markt? In welchem Zeithorizont will ich meine Ziel erreichen

4. Definieren Sie Ihre Zielgruppe.

Ordnen Sie Ihre Zielgruppe nach Wichtigkeit ein. Welche Menschen sind für mich relevant? Wo und wer sind die „Influencer“, die für meine Zielerreichung wichtig sein können?

5. Was ist mein Leistungsangebot?

Nach dem Motto: Tue Weniges – dafür aber konzentriert nach Deinen Stärken!

Wo bin ich wirklich gut? Mit welchen Leistungen hebe ich mich ab? Worin besteht mein Mehrwert für den Kunden? Wie schaffe ich WIN/WIN Situationen beim Kunden?

6. Definieren Sie die Ausgestaltung der Beziehungen

Jeder Mensch ist einzigartig. Hören Sie zu. Es ist ein nehmen und geben. Beginnen Sie zu Netzwerken. Haben Sie keine Scheu! Die entsprechenden Internetplattformen sind dazu ein gutes Hilfsmittel, besser ist aber immer noch der persönliche Augenkontakt und das persönliche Gespräch.

7. Definieren Sie Ihr Verhalten

Seien Sie authentisch. Schaffen Sie Verbindlichkeiten. Lassen Sie Taten folgen.

Marco Fuhrer

Selbsterkenntnis:Wie beeinflussen die inneren Werte und Überzeugungen mein Verhalten?

 

Greenland majestic iceberg

Ähnlich wie bei einem Eisberg, ist oftmals nur ein geringer Teil unseres Fühlens und Denkens, sprich Verhaltens, beobachtbar an der Wasseroberfläche. Der grösste Teil befindet sich unter Wasser, im übertragenen Sinn, in unserem Unterbewusstsein.

Unser Verhalten, Fühlen und Denken, wird sehr Stark  von unseren inneren Werten und Überzeugungen geprägt. Unsere Einstellungen, wie unsere individuellen Werte, Überzeugungen, Motive, Antreiber, Bedürfnisse etc., prägen unseren Charakter und werden sehr früh in unsere Denk- und Gefühlswelt abgelegt. Sie sind unser inneres Leuchtfeuer.

Wir stehen immer wieder im Konflikt mit unseren persönlichen Werten und Überzeugungen, einige bejahen wir, ändern andere oder lehnen sie ab. Diese persönlichen Konflikte, ich sage dem auch Überprüfungsprozess, ist wichtig, um unsere Lebensrichtung bewusst zu gestalten.

Negative Einstellungen schränken das Handeln ein, indem wir uns darauf fokussieren was nicht funktioniert. Damit engen wir unsere Entscheidungsspielräume ein und unsere Beziehung zu den Menschen leidet. Darum ist es wichtig sich mit unseren Einstellungen auseinanderzusetzen. Diese sind aber oftmals nicht so eindeutig zu erkennen, wie zum Beispiel unser Verhalten, das sich beobachten lässt. Das Denken und die Gefühle offenbaren sich oft wenn wir unter Druck geraten. Es ist ein Unterschied wenn ich die Einstellung vertrete „Fehler machen ist eine Schande!“, dies verursacht negative Gefühle welche mich einschränken, oder „Fehler gehören zum Leben“, d.h. ich kann mich weiterentwickeln.

Ideelle Werte versus gelebte Werte

Einige für uns wichtige Werte, unterscheiden sich von unseren gelebten Werten. Es kann sein, dass äussere Einflüsse, wie Familie, Glaube, oder der Arbeitgeber Wertprioritäten aufweisen, von denen wir Glauben, dass wir Sie annehmen sollten. Diese Werte sind uns oft nicht wirklich wichtig. Wir nennen sie ideelle Werte anstatt gelebte Werte.

Unsere eigene Prioritätenliste der Werte, indem wir dafür Zeit und Geld investieren, bestimmt was unsere gelebten Werte sind.

„Nur Menschen mit soliden inneren Werten, haben ein unerschütterliches Selbstvertrauen, das Ihnen ermöglicht, es mit der Welt aufzunehmen.“ Nach Brian Tracy aus seinem Buch „Thinking Big“.

Der unbewusste Lebensplan

Viele unserer Entscheidungen werden nach einem unbewussten Lebensplan gefällt, der in unserer Kindheit unter dem Einfluss der Erziehung entstanden ist. Für ein Kleinkind sind Gebote, Verbote, Regeln, absolut. Es hat bis zum siebten Lebensjahr noch keine Möglichkeit diese Prinzipien zu bewerten und sich bewusst damit auseinanderzusetzen. Noch als Erwachsener befolgen wir unbewusst viele dieser Botschaften unserer „Erzieher“. Einige engen uns ein und wirken belastend, andere sind unterstützend.

Kahler und Casper (1974) weisen auf die folgenden Antreiber in unserem Kopf hin:

  • Sei immer perfekt
  • mach immer schnell
  • Streng dich immer an
  • Mach es immer allen recht
  • Sei in jeder Lage stark

Auch hier hier ist die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Antreibern wichtig.

Kann ich mein Verhalten überhaupt ändern?

Sind Erwachsene ab 50 nur noch in geringem Masse in Ihrer Persönlichkeit veränderbar? Kann ich bewusstseinsmässig ind das Unterbewusstsein eindringen? Ist Alterssturheit eine Tatsache? Dies sind spannende Fragestellungen. Da mag was daran sein. Ich bin überzeugt, mit Neugierde, mit 1000 Fragen an das Leben, mit dem Einholen von Feedbacks, dem vernetzen mit anderen Menschen und dem regelmässigen Reflektieren, können wir zumindest über unsere Wirkung auf andere Menschen und unser Verhalten, nachdenken und vielleicht, so hoffen wir daraus Rückschlüsse ziehen.

Marco Fuhrer

Selbsterkenntnis: Selbstbild und Fremdbild. Die Geschichte vom Huhn und Adler (nach James Aggrey).

Ein Mann – so wird erzählt – fing sich im Wald einen jungen Adler. 
Er nahm ihn mit nach Hause und steckte ihn zu seinen Hühnern in den Hühnerstall.
Er gab ihm Hühnerfutter zu fressen, obwohl er doch ein Adler war, der König der Vögel, der König der Lüfte!

Nach fünf Jahren kam einmal ein anderer Mann zu Besuch, der verstand etwas von Naturkunde. Dem fiel der Adler auf und er sagte: „Der Vogel dort ist kein Huhn, sondern ein Adler.“ „Ja“, sagte der Mann, „das stimmt. Aber ich habe ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, sondern ein Huhn.“ „Nein“, sagte der andere, „er ist noch immer ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die Lüfte“. „Nein, nein“, sagte der Mann, „er ist jetzt ein richtiges Huhn geworden und wird niemals mehr wie ein Adler fliegen“.

Darauf beschlossen sie, eine Probe zu machen. Der vogelkundige Mann nahm den Adler, hob ihn in die Höhe und sagte beschwörend: „Der du ein Adler bist, der du dem Himmel gehörst und nicht dieser Erde, breite deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler auf der Hoch gestreckten Faust blickte sich um. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken und er sprang zu ihnen hinunter und pickte mit.

Der naturkundige Mann gab aber noch nicht auf. Am nächsten Tag stieg er mit dem Adler am Arm auf das Dach des Hauses, hob ihn empor und sagte: „Adler, der du ein Adler bist, breite deine Schwingen aus und fliege!“ Aber als der Adler wieder die scharrenden Hühner im Hof erblickte, sprang er zu ihnen hinunter und scharrte mit.

Da sagte der Mann: „Ich habe es dir ja gesagt, er ist ein Huhn und er bleibt ein Huhn.“ „Nein“, sagte der andere, „Er ist ein Adler und er hat noch immer das Herz eines Adlers. Lass es uns noch ein einziges Mal versuchen. Morgen werde ich ihn fliegen lassen.“

Am nächsten Morgen ging er mit dem Adler vor die Stadt auf einen hohen Berg. Er hob den Adler empor und sagt zu ihm: „Adler, du bist ein Adler. Du gehörst dem Himmel, nicht dieser Erde. Breite deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler zitterte, aber er flog nicht. Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen und plötzlich breitete der Adler seine Schwingen aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers in die Luft und kehrte nie wieder zurück.

Bist du auch ein Adler?

 

Marco Fuhrer

Ich-Marketing Richtig Bewerben Teil 2: Bewerbung

Bewerbung

Schriftliche Bewerbung

Erst wenn Sie überzeugt sind, für eine ausgewählte Firma in einer bestimmten Position arbeiten zu wollen, sollten Sie sich für eine Bewerbung entscheiden. Dann allerdings sollten Sie sich engagiert an die Arbeit machen. Das Ziel einer grafischen und textlichen Gestaltung Ihrer Bewerbung lautet: einfach, lückenlos, übersichtlich, aussagekräftig, profilorientiert, fehlerfrei.

Curriculum

Das Herzstück einer Bewerbung ist der Lebenslauf. Wenn er wirklich überzeugen soll, sollten Sie ihn möglichst individuell und aktuell auf den angepeilten Arbeitsplatz zuschneiden.

Inhalt

Personalverantwortliche erwarten, dass ein Lebenslauf präzise und konkret sowie innerhalb von zwei Minuten erfassbar ist. Er sollte übersichtlich nach Gruppen geordnet sein bei max. zwei Spalten. Bezüglich Layout, Schrifttyp und Schriftgrösse sind Sie frei, Ihren Lebenslauf individuell zusammenzustellen. Inhaltlich sollte er ein ausführliches Bild von Ihren Leistungen vermitteln, auch ohne Blättern in den Zeugnissen und Arbeitsbestätigungen. Wichtig ist, dass Ihr Lebenslauf zum angestrebten Job (Anforderungsprofil) und dem Unternehmen passt. Jobinserate liefernSchlüsselbegriffe, damit Sie passende Fähigkeiten in Ihrem Lebenslauf belegen können. Idealerweise sollte durch die Auflistung eine Entwicklung erkennbar sein, eine Ausweitung Ihrer Kompetenzen, die Sienun an den Arbeitsplatz führt, für den Sie sich bewerben.

Ich empfehle Ihnen Ihren für das Erstellen des Lebenslaufes EUROPASS zu verwenden.

Siehe: https://europass.cedefop.europa.eu/editors/de/cv/compose

Chronologie

Die meisten Lebensläufe werden umgekehrt chronologisch dargestellt. Studienschwerpunkte, Praxiserfahrungen und Leistungen sollten dabei stichwortartig dargestellt sein. Achten Sie auf eine konsistente Schreibweise von Zeitangaben (Monat/Jahr).

Praxisbezug

Bei Angaben Ihrer Praktika und beruflichen Aktivitäten können Sie besonders gut Ihr individuelles Profil deutlich machen. Wenn Sie es schaffen, Ihre praktischen Erfahrungen berufsnah darzustellen, ist bereits das Fundament für eine erfolgreiche Bewerbung gelegt.

Foto

Ihr Foto muss aktuell sein. Achten Sie auf einen freundlichen Gesichtsausdruck. Wirkt Ihre Mimik glaubwürdig? Wirken Sie, je nach den Bedürfnissen der Einstiegsposition, auf dem Foto dynamisch oderverlässlich? Passt die Kleidung auf dem Foto zur Einstiegsposition? Ist der Fotohintergrund hell genug, Ihr Gesicht gut ausgeleuchtet? Ist das Foto gross genug (ca. 4,5 x 6 cm)?

Lebenslauf auf Englisch

Einige Schweizer oder Deutsche Unternehmen bevorzugen englische Bewerbungsunterlagen. Sollte ausdrücklich ein Lebenslauf in Englisch gefordert werden, so handelt es sich hierbei meist nicht um einen Lebenslauf wie er z.B. in England oder den USA üblich wäre, sondern lediglich um eine Übersetzung des deutschen Dokuments, bei dem Inhalt und das Format beibehalten werden.

Muster Lebenslauf

Ich empfehle Ihnen Ihren für das Erstellen des Lebenslaufes EUROPASS zu verwenden.

Siehe: https://europass.cedefop.europa.eu/editors/de/cv/compose

Kurz-Checkliste

Sind die einzelnen berufsnahen Stationen stichwortartig und dem Anforderungsprofil der Stelle entsprechend beschrieben?

  • Sind Sonderaufgaben oder Projekte, spezielle Fachkenntnisse erwähnt?
  • Ist ein Nachweis für die geforderten Sprachkenntnisse aufgeführt?
  • Bestehen Indizien für Mobilitäts(willen)?
  • Entsteht das Bild einer interessierten und engagierten Person?
  • Wird deutlich, dass sowohl Ihre Sachkompetenz als auch Ihr Potenzial an Sozial- und Persönlichkeitskompetenz weiterentwickelt wurde?

Anschreiben Generell

Ein aussagekräftiges Schreiben gibt kurz Einsicht in Ihre Qualifikationen, beruflichen Erfahrungen, Motivation und Leistungsbereitschaft für die angestrebte Position sowie Ihre persönlichen Highlights im Hinblick auf das Anforderungsprofil des Jobs und des Unternehmens. Es bietet Gelegenheit, Ihren Schreibstil, Ihre Kommunikationsfähigkeiten und Ihre Professionalität zu zeigen. Folgende, zentrale Fragen der Personalabteilung sind im Schreiben zu beantworten:

  • Warum bewirbt sich die Person auf die ausgeschriebene Stelle?
  • Welche stellenbezogenen Muss- und Soll-Anforderungen erfüllt er oder sie?
  • Welche interessanten Zusatzqualifikationen werden mitgebracht?
  • Welche beruflichen Ziele strebt der Bewerbende an?
  • Wird sich die Person in das Unternehmen integrieren können?

Muss- und Kann-Anforderungen erfüllen

Antworten Sie auf eine Stellenanzeige, ist dies die Vorlage für Ihre Qualifikationen. Überzeugen Sie dadurch, dass Sie die Erwartungen (Muss-Kriterien) erfüllen und für die Kann-Kriterien einiges anKenntnissen mitbringen. Am besten schreiben Sie alle wichtigen Daten auf und kürzen den Text auf die wichtigsten Punkte. Beschreiben Sie, womit Sie sich im Einzelnen beschäftigt haben. Überzeugen Sie mit Ihrem Anschreiben, indem die Überschneidungen zwischen den bisherigen Erfahrungen und den zukünftigen Aufgaben gut herausgearbeitet und klar zu erkennen sind. Gehen Sie auf jede der aufgeführten Anforderungen ein. Arbeiten Sie alle Punkte ab und belegen Sie diese mit Beispielen aus Ihrem Lebenslauf. Der Personalverantwortliche soll auf einen Blick aus Ihrem Anschreiben entnehmen, dass Sie 100% für die Stelle geeignet sind, ohne umständlich die Daten aus dem Lebenslauf herauslesen zu müssen.

Passendes Profil erstellen – beschreiben, nicht bewerten

Das Anschreiben wird nicht nur zur ersten Einschätzung der fachlichen Kenntnisse herangezogen, sondern es dient auch dazu, sich ein erstes Bild der Persönlichkeit des Bewerbers zu machen. Aus der Aufbereitung der Unterlagen werden beispielsweise Rückschlüsse über die Arbeitsweise gezogen. Liefern Sie ein passendes Profil zur angestrebten Position? Ihr persönliches Profil (Breite und Tiefe Ihrer Bildung, Initiativen, Hobbies, Sport). Nutzen Sie Ihr Potenzial an Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen, welches Sie bei verschiedenen Tätigkeiten gesammelt haben. Solche Tätigkeiten sind beispielsweise die Teilnahme an Projektarbeiten (Teamfähigkeit), einer Tätigkeit im Verkauf (Kundenorientierung und Belastbarkeit).

Die goldene Regel

Die goldene Regel der Bewerbungskommunikation lautet: «Beschreiben, nicht bewerten». Dies gelingt Ihnen, indem Sie neutrale Ausdrücke verwenden, wie «Ich habe erreicht, dass…», «Ich war verantwortlich für…», «Zu meinen Einsatzbereichen gehörten…». Vermeiden Sie persönliche Bewertungen wie beispielsweise «Ich war äusserst erfolgreich bei…» Selbstsicherheit ist ein weiteres Stichwort. Vermeiden Sie Sätze wie «Ich glaube…», «Ich möchte gerne…», «Wäre es möglich…». Verwenden Sie besser «Ich bin überzeugt…», «Ich stelle mir vor…», «Ist es möglich…».

Qualität liefern

Lassen Sie den Text einen Tag liegen und bitten Sie jemanden, ihn laut vorzulesen. Stellen, an denen Sie stutzen, sollten Sie solange überarbeiten, bis sich das Schreiben flüssig liest. Rechtschreibfehler vermeiden Sie, indem Sie den Text rückwärts lesen. Kontrollieren Sie, ob Adresse und Ansprechperson fehlerlos erwähnt sind. Das Schreiben sollte eine Seite nicht überschreiten, die Schriftgrösse nicht unter 10pt sein und links‐ bündig oder im Blocksatz dargestellt werden. Wählen Sie für Anschreiben und Lebenslauf dieselbe Schriftfamilie und die gleiche Papierqualität.

Checkliste für das Anschreiben

Absender

Name/Vorname, Adresse, Telefon (wann zu erreichen), E‐Mail. Am besten erstellen Sie einen persönlichen Briefkopf. Diesen können Sie auch beim Lebenslauf wieder verwenden (Wie der Erkennungseffekt).

Anschrift

Korrekte Firmenadresse, wenn immer möglich persönlich adressieren (Name/Vorname, Titel/Position und Abteilung).

Datum

Linksbündig, zwischen Anschrift und Betreff, ohne Ortsangabe.

Betreff

Job-Position, evtl. Fundstelle mit Datum. Alles fett. zwei Leerzeilen Abstand bis zur Anrede.

Anrede

Wenn keine bestimme Ansprechperson vorhanden ist, lautet die Anrede: «Sehr geehrte Damen und Herren». Dies ist allerdings die denkbar ungünstigste Form. Machen Sie besser einen kurzen Anruf in der Abteilung, um die verantwortliche Person herauszufinden. Die Zentrale wird Sie gerne verbinden. Notieren Sie sich den Namen (notfalls buchstabieren lassen). Ebenso sollten Sie den Namen des wissen. So können Sie sich dann im Anschreiben, das Sie an den Personalverantwortlichen richten, auf das Gespräch mit der verantwortlichen Person beziehen. Dies hat den Vorteil, dass die Vorentscheidung nicht alleine von der Personalabteilung gefällt wird, sondern zumindest der Verantwortliche in der Abteilung informiert wird. Auf diese Weise wird eine Blindbewerbung zur Initiativbewerbung mit wesentlich besseren Aussichten auf Erfolg.

Einstieg

Idealerweise beziehen Sie sich auf ein Gespräch: «Danke für das interessante Telefonat vom… . Ihre ausführlichen Erläuterungen unterstreichen das positive Bild, das ich bereits von der Firma habe. Gerne bewerbe ich mich, um Sie bei Ihren zukünftigen Projekten zu unterstützen». Beispiel ohne vorherigen Kontakt: «Meine Bewerbung könnte Sie interessieren, da ich in meiner bisherigen Laufbahn die Fähigkeiten und Erfahrungen erworben habe, die Sie suchen.»

Ausbildung

Beschränken Sie sich auf die wichtigsten Ausbildungsetappen (Ihre Sachkompetenzen), ohne den ganzen Lebenslauf wiederzugeben! Nennungen der Fächerkombination und des Themas der Bachelor- bzw. Masterarbeit sind dann sinnvoll, wenn ein Bezug zur Position oder Firma besteht.

Praxiserfahrung/Aktivitäten

Überzeugen Sie mit Ihren praktischen Erfahrungen (Ihren Praxiskompetenzen) von Ihrer Leistungsfähigkeit, Ihren Interessensgebieten und den erworbenen Fähigkeiten, welche für die Position gefragt sind. Nutzen Sie alle Ihre Qualifikationen, um eine Übereinstimmung zwischen dem Anforderungsprofil der Stelle und Ihrem Persönlichkeitsprofil zu erreichen. Beschreiben Sie Ihre Fähigkeiten und verzichten Sie auf unnötige Bewertungen. Nennen Sie Beispiele, wie Sie in der Berufspraxis erfolgreich arbeiten.

Internationales Profil

Wenn sich Ihre Wunschtätigkeit in einem internationalen Umfeld bewegt, sollten Sie sich ausserdem ein internationales Profil geben (Auslandssemester, Auslandspraktikum, Fremdsprachen). Schildern Sie Ihre Erfahrung sich in einem multikulturellen Umfeld bewegen zu können und betonen Sie Ihre Flexibilität, sich auf fremde Anforderungen schnell einzustellen.

Qualitäten

Die Stellenanzeige liefert Ihnen Stichworte, um Ihre Fach-, Sozial- und Persönlichkeitskompetenzen zu schildern. Beschreiben Sie Charakteristika, die sich durch Stationen im Lebenslauf belegen lassen. Auch besondere sportliche Leistungen, Gruppenleitungen u.a.m. sind Nachweise für Ihre Kompetenz. Thematisieren Sie nur Fähigkeiten, welche für die ausgeschriebene Position von Belang sind. Ein Anschreiben erzielt dann die grösste Wirkung, wenn möglichst viele Berührungspunkte zwischen den bisherigen Erfahrungen innerhalb und ausserhalb des Studiums und den kommenden Aufgaben herausgestellt werden.

Motivation

Zeigen Sie Begeisterung und Einsatzwillen für die gewünschte Position und das Unternehmen. Auch, dass Sie darin eine hervorragende Möglichkeit sehen, Ihr berufliches Vorankommen zielgerichtet weiterzuentwickeln.

Schlussteil

Im letzten Absatz Ihres Anschreibens können Sie das mögliche Einstiegsdatum nennen und ausdrücken, dass Sie sich über ein persönliches Gespräch freuen. Verwenden Sie kurze Aufforderungen, beispielsweise: «Ich freue mich, von Ihnen zu hören», «Ich freue mich auf Ihre Antwort», «Ich freue mich, Sie und Ihre Firma XY bei einem Vorstellungsgespräch persönlich kennen zu lernen».

Gruss

«Freundliche Grüsse» ist modern und genügt.

Unterschrift

Unterzeichnen Sie mit Vornamen und Namen, es wirkt persönlicher. Füllfederhalter ist schöner als Kugelschreiber.

Anmerkung Gehaltsangaben

Wenn Sie Gehaltsvorstellungen angeben sollen, informieren Sie sich, was die Branche/ das Unternehmen seinen Berufseinsteigern zahlt (Personalabteilung der Firma, verschiedene Gehaltsspiegel finden Sie online, zum Beispiel unter www.berufsstart.de, www.facts.ch, www. staufenbiel.de, www.lohn‐sgb.ch oder beim jeweiligen Bundesamt für Statistik).

Lesefreundlichkeit

Achten Sie auf Absätze, Schriftgrösse (nicht unter 10pt), Schrifttyp (wählen Sie dieselbe Schriftfamilie wie beim Lebenslauf) und Seitenrand.

Floskeln

Vermeiden Sie Floskeln wie «eigentlich», «an sich» oder «prinzipiell». Formulieren Sie aktiv und nicht in der «würde‐, könnte‐Form».

Wortwahl mit Botschaft

Es lohnt sich, etwas über der Wortwahl im Bewerbungsschreiben zu «brüten». Nachstehend einige Beispiele als Anregung:

Substantive: Kernkompetenz, (Schlüssel‐)Qualifikationen, Wissen, Erfahrung, Eigeninitiative, Durchsetzungsvermögen, Zielorientierung, Begeisterung, Organisationstalent, Lösungen, Ergebnisse, Freude, Überzeugungskraft u.a.m.

Verben: erzielen, einbringen, entsprechen, unterstützen, strukturieren, leiten, organisieren, mitwirken, analysieren, beschleunigen, fördern, sich aneignen, u.a.m.

Adjektive: zielorientiert, belastbar, aktiv, verantwortungsbewusst, vielseitig, unternehmerisch, kontaktfreudig, mobil, kompetent, dynamisch, zupackend, vertraut, konkret, ausgeprägt, konstruktiv, analytisch, detailorientiert, kommunikativ, wissbegierig, kundenorientiert, qualitätsbewusst u. a.m.

Bewerbungssätze: die Herausforderung annehmen, unternehmerisch denken, die Chance bieten, sich schnell einarbeiten können, Kenntnisse und Erfahrungen kombinieren, einen Beitrag leisten, wichtige Voraussetzungen mitbringen, seine berufliche Zukunft im Bereich… sehen, profunde Kenntnisse haben, …begründet mein Interesse an, …umfassende Erfahrung gesammelt u.a.m.

Kreative Zusatzseiten

Auf dem Weg zu einer neuen, spannenderen Präsentationsform können Sie sich gar nicht intensiv genug Gedanken darüber machen, wie Sie Ihren «Verkaufsprospekt» zusammenstellen.

Deckblatt

Gestalten Sie die Titelseite zusammen mit Ihrem Bewerbungsfoto. Schaffen Sie mit einem Inhaltsraster Übersicht über Ihre gesamten Unterlagen.

Fähigkeitsprofil

Viele Fakten sind im Lebenslauf nur auf Kosten der Übersichtlichkeit unterzubringen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie innerhalb und ausserhalb ihres Studiengangs ausserordentlich aktiv waren. Wenn Sie merken, dass die Darstellung Ihres Erfahrungsschatzes den Lebenslauf

sprengt, können Sie zum Instrument des Fähigkeitsprofils greifen. So machen Sie Ihre Leistungsfähigkeit für Aussenstehende greifbar.

Erstellen Sie eine Extraseite mit der Auflistung von Praxiserfahrungen, Projekterfolgen, Publikationen, Skizzierung von besuchten Fortbildungsveranstaltungen oder Auslandaufenthalten, besonderen Arbeitsschwerpunkten u.a.m. . Entwickeln Sie aus den vielfältigen Praxiserfahrungen ein in sich schlüssiges Kernprofil und stellen Sie dies stichwortartig und klar dar. Werden Sie konkret, liefern Sie inhaltliche Aussagen darüber, was Sie in Praktika, in Projekten, als wissenschaftliche Hilfskraft, in studentischen Initiativen oder in Ihrer Diplomarbeit geleistet haben. Ihre persönlichen Stärken und die Sozialkompetenzen werden erst durch Beispiele plausibel. Sie liefern konkrete Belege dafür, dass Sie die zukünftigen Aufgaben im Griff haben.

Überlegungen zum Fähigkeitsprofil:

  • Haben Sie in Projekten mitgearbeitet, Sonderaufgaben übernommen?
  • Gibt es Erfolge, die Sie in Zahlen ausdrücken können (Umsatzsteigerung, Kostensenkung)?

Bewerbungsunterlagen versenden

Achten Sie beim Zusammenstellen Ihrer Unterlagen auf Qualität:

  • Komplette Unterlagen: Anschreiben (lose auf der Bewerbungsmappe), Lebenslauf, Kopien der Diplomzeugnisse, Arbeitszeugnisse.
  • Die Beilagen sind in der richtigen Reihenfolge sortiert.
  • Für das Begleitschreiben und den Lebenslauf weisses Briefpapier von guter Qualität verwenden.
  • Einwandfreie Kopien in einheitlicher Papierqualität.
  • Festen Umschlag für den Versand der Unterlagen.

Zeitpunkt des Versands

Bewerben Sie sich auf eine veröffentlichte Stellenanzeige, so genügt es, die Unterlagen bis 7 Tage nach Schaltung der Anzeige zu versenden. Im Normalfall senden Ihnen die Unternehmen nach Erhalt der Bewerbung eine Empfangsbestätigung (kann 7‐10 Tage dauern).

Nachfassen

Was können Sie tun, wenn Sie zwei Wochen nach Versand der

Bewerbung von der Firma noch nichts gehört haben? Fragen Sie telefonisch nach, ob die Unterlagen eingetroffen sind. Benutzen Sie die Gelegenheit, Informationen über die Stelle zu erhalten und sich gleichzeitig zu vermarkten. Üben Sie Fingerspitzengefühl und reagieren Sie, wenn Sie merken, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist.

Beachten Sie folgende Punkte:

  • Rufen Sie auf keinen Fall früher als eine Woche nach Versand der Bewerbungsunterlagen an.
  • Tun Sie dies gezielt und höflich mit der Absicht, weitere Informationen zu erhalten.
  • Überlegen Sie vorab, welche Fragen Ihnen vielleicht gestellt werden könnten und welche Fragen Sie stellen wollen.
  • Signalisieren Sie Ihr Interesse an der Unternehmung und der Stelle.
  • Bitten Sie um einen Termin, wann Sie eine Antwort erwarten dürfen.

Tipps Generell

  • Bewerben Sie sich nur bei einem Unternehmen, bei dem Sie wirklich arbeiten möchten. Antworten Sie nicht wahllos auf alle möglichen Stellenanzeigen.
  • Verwenden Sie treffende Formulierungen (durchschnittlich 15 Wörter pro Satz). Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem.
  • Lassen Sie den Text einen Tag liegen und überarbeiten Sie ihn danach nochmals. Stellen, an denen Sie stutzen, sollten Sie solange überarbeiten, bis sich das Anschreiben flüssig liest. Vermeiden Sie Flüchtigkeitsfehler, indem Sie den Text rückwärts lesen.
  • Achten Sie auf ausreichenden Zeilenabstand und sinnvolle Absätze.
  • Tabu sind: Negative Faktoren, Entschuldigungen.
  • Halten Sie sich an ein klares Schriftbild. Keine Spielereien mit Zeichenformatierungen wie kursiv, fett, unterstrichen. Verwenden Sie bei allen Bewerbungsbestandteilen die gleiche Schriftart, beispielsweise Arial, Frutiger, Verdana, Helvetica.
  • Tun Sie, was der Stellenanbieter möchte
  • Viele Unternehmen werden Sie auffordern, sich mit einem Lebenslauf, einem speziellen Bewerbungsformular oder online zu bewerben. Tun Sie, was von Ihnen erwartet wird.

Kurzregeln einer erfolgreichen Bewerbung

Vorarbeiten

  • Sie kennen Ihre Fähigkeiten und Präferenzen und haben sich ein konkretes Selbstbild erarbeitet.
  • Sie wissen, wie Sie die berufliche Zukunft erleben möchten, jetzt, in drei Jahren, in fünf Jahren.
  • Aufgabengebiete, die Sie gut und gerne bearbeiten könnten, haben Sie ermittelt.
  • Sie wissen, in welchen Unternehmen es solche Aufgaben zu lösen gibt und wer Ihre Wunschkandidaten sind.
  • Sie haben aktiv mit interessanten und interessierten Unternehmen Kontakt aufgenommen.
  • Sie haben Ihr Kontaktnetz gepflegt und mit Personen gesprochen, die Ihren Zieljob innehaben.
  • Sie verfügen über einen Alternativplan, falls Ihre erste Präferenz nicht auf Anhieb klappt.

Vorbereiten der Unterlagen

  • Inhalt, Form und Orthografie Ihres Lebenslaufs stimmen.
  • Das Begleitschreiben ist ansprechend geschrieben. Zu lange Sätze werden vermieden.
  • Zwei bis drei zur Aufgabe passende Stärken (Fachkenntnisse, Praxis, Erfolge) sind im Begleitschreiben dargestellt.
  • Die Unterlagen sind vollständig. Es wurden alle Angaben belegt.
  • Es gibt nachvollziehbare Erklärungen für «Schwächen» (z.B. schlechte Noten).
  • Der mögliche Eintrittstermin ist erwähnt.
  • Das Foto wurde im Studio aufgenommen.
  • Ihre Unterlagen wurden auch durch Andere gesichtet.

Vorbereiten des Interviews

  • Eine massgeschneiderte 5‐Minuten‐Version Ihres Werdegangs haben Sie geübt.
  • Antworten auf Fragen nach Schwächen haben Sie im Griff.
  • Auf die Frage nach Ihren besonderen Stärken können Sie mit Praxisbeispielen antworten.
  • Gehaltsvorstellungen oder Wünsche können Sie überzeugend einbringen und verhandeln.
  • Schwierige Formulierungen haben Sie laut geübt.
  • Ihre Fragen an das Gegenüber sind gesammelt und notiert.
  • Bevor Sie zum Interview gehen
  • Verzichten Sie bei der Kleidung auf Extravaganz.
  • Wählen Sie eine zurückhaltende, vornehme Erscheinung.
  • Alle Unterlagen sind bereit, am besten in einer Mappe (Einladungsschreiben, Kopie der Bewerbungsunterlagen, Fragen an das Unternehmen, Wegbeschreibung, Notizblock, Stift, Geld).
  • Sie kennen die exakte Adresse, wo das Gespräch stattfinden soll.
  • Richtige Zeitplanung: Fünf Minuten vor dem Termin am Ort sein.
  • Rechnen Sie mit Verzögerungen (Staus, Fahrplanverspätungen, grosse Bürogebäude kosten Zeit).
  • Sie sind positiv eingestellt und wissbegierig. Sie verhalten sich diplomatisch.
  • Sie haben verinnerlicht, dass es beim Vorstellungsgespräch um das beiderseitige Kennenlernen und Ihre Selbstdarstellung geht.
  • Sie versuchen, im Gespräch ein Gespür dafür zu entwickeln, was dem Gegenüber wichtig ist.
  • Antworten des Gegenübers werden von Ihnen mitgeschrieben und hinterfragt.
  • Erste Eindrücke nehmen Sie zuerst einmal auf, ohne sich sofort ein Urteil zu bilden.
  • Sie wissen, dass ein wenig Nervosität normal ist.
  • In Gedanken sehen Sie sich bereits auf dem begehrten Platz und haben ein inneres Bild davon vor Augen.

       Online-Bewerbung E-Mail-Bewerbung

  • Versenden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen nur an personalisierte E-Mail-Adresse und nicht an Sammeladressen. Um die persönlichen E-Mail-Adressen in grösseren Unternehmen herauszufinden, stehen Ihnen verschiedene Suchmaschinen zur Verfügung: Internet Adress Finder www.iaf.net / Yahoo People Search www.four11.com.
  • Betreffzeile: Machen Sie deutlich, auf welches Angebot Sie sich bewerben, um die Zuordnung Ihrer Bewerbung zu erleichtern. Als Beispiel: «Bewerbung von Peter Beispiel als Assistent der Geschäftsleitung – z.Hd. Frau Petra Muster».
  • Kurz‐Anschreiben: Fassen Sie sich möglichst kurz! 6 bis 8 Sätze reichen für das Anschreiben aus.
  • Signatur: Verwenden Sie eine Signatur in der Fusszeile, in der Sie Ihre Adresse, Telefon und E-Mail angeben, unter der Sie erreichbar sind.
  • Datei‐Anhänge: Dateianhänge sollten auf jeder Computer-Plattform lesbar sein und keine Viren transportieren! Die beste Variante bleibt das PDFFormat (Adobe), sowohl aus Sicherheits- – als auch aus Platzspeichergründen Bringen Sie sämtliche Beilagen in ein Dokument (vollständiges Motivationsschreiben, Lebenslauf, Ausbildungszeugnisse, Arbeitszeug-nisse). Bezeichnen Sie die angehängte Datei kurz und konkret im E-Mail- Text bzw. erläutern Sie, welche Informationen die Datei enthält.
  • Umfang: Beschränken Sie sich auf max. 7 Seiten. Wählen Sie beim Scannen Ihrer Zeugnisse eine angemessene Bildqualität um Speicherplatz zu sparen. Die E-Mailbewerbung sollte anderthalb Megabyte nicht übersteigen. Testen Sie den Ausdruck des gesamten Files, bevor Sie es abschicken. Alle Seiten sollten innerhalb von ein bis zwei Minuten ausdruckbar sein.
  • Test: Senden Sie die E-Mail zum Test zuerst sich selbst; Zeilenumbrüche und Einzüge, Umlaute und Sonderzeichen sind häufig tückisch.
  • Empfangsbestätigung: Richten Sie in Ihrem E-Mail-Programm die Funktion «Empfangsbestätigung» ein, bevor Sie Ihre Bewerbung abschicken.
  • Nachhaken: Haken Sie nach zwei Wochen telefonisch nach, sofern Sie nichts gehört haben.

       Online-Formular

  • Nutzen Sie zur Eigendarstellung die Textfelder. Zum Beispiel, um erfolgreiche Projekte darzustellen.
  • Speichern Sie ausgefüllte Formularseiten («speichern unter» im Browser wählen oder Screenshots anfertigen). Sie benötigen diese Unterlagen zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
  • Halten Sie Ihren Lebenslauf für einen eventuellen Upload bereit

Marco Fuhrer. Headhunter. IT-Jobs. Schweiz

www.marcofuhrer.ch / marco.fuhrer@marcofuhrer.ch / +41 79 3004271