Ich-Marketing Richtig Bewerben Teil 3: Das Interview

Interview

Telefoninterview

Um vor der persönlichen Vorstellung eine erste Auswahl zu treffen, nutzen Personalverantwortliche gerne das Telefoninterview. Dabei wird vor allem die soziale Kompetenz der Person getestet, z.B. Kommunikationsfähigkeit, Kontaktvermögen, Reaktion auf ungewohnte Situationen.

Die meisten Firmen kündigen das telefonische Gespräch an. Zusätzlich zur Vorbereitung wie auf ein persönliches Vorstellungsgespräch sollten Sie ein Telefonskript mit Stichworten erstellen: Kurze Selbstpräsentation, Fragen zum Lebenslauf beantworten, Stärken belegen, Motivation glaubhaft erläutern, Unternehmensdaten wissen.

Wählen Sie einen ruhigen Ort zum Telefonieren. Sitzen oder stehen Sie in einer aufrechten Haltung, überträgt sich dies auf Ihren Gesprächston. Ihre Stimme beruhigen Sie, indem Sie in den Bauch atmen. Üben Sie ein solches Gespräch vorher mit Freundinnen und Freunden.

Vor dem Anruf legen Sie alle Unterlagen vor sich hin: Anschreiben, Lebenslauf und Terminkalender. Die Unternehmensdaten haben Sie im Kopf. Schreiben Sie sich den Namen des Gesprächspartners auf und sprechen Sie die Person zwischendurch mit Namen an. Beachten Sie die Spielregeln der Kommunikation und fallen Sie dem anderen nicht ins Wort. Der Ablauf wird vom Gegenüber zwar vorgegeben, idealerweise können Sie aber für sich selbst ein paar Highlights setzen, an denen Sie sich im Gespräch orientieren können. Fragen Sie am Schluss, wie das Bewerbungsverfahren weitergeht. Das signalisiert Interesse und ein klares Ziel, das Sie vor Augen haben.

Sollte die Firma unvorangemeldet anrufen und für Sie ist es gänzlich unpassend, vereinbaren Sie einen neuen Termin. Kleine Notlügen sind hier erlaubt.

Ein paar Telefonregeln

Wenn wir einem Gesprächspartner nur am Telefon gegenübersitzen, sind vor allem die Stimme, die Formulierung des Gesagten und der Inhalt selbst wahrnehmbar.


Grundregeln am Telefon:

  • Stehend zu telefonieren vermittelt Ihrer Stimme Kraft und Dynamik.
  • Sprechen Sie nicht zu schnell.
  • Passen Sie die Lautstärke an.
  • Auch die Satzlänge ist entscheidend. Eine Aneinanderreihung sehr kurzer Sätze
  • wirkt schnell hektisch; die Aufeinanderfolge sehr langer Sätze wirkt rasch
  • ermüdend.·
  • Ihre Wortwahl sollte klar, konkret, deutlich und positiv sein.
  • Verwenden Sie kurze Sätze mit wichtigen Informationen ohne Wiederholungen.
  • Hören Sie genau hin.
  • Vergessen Sie die Hauptsache nicht.
  • Ein Lächeln ist hörbar.
  •  Sprechen Sie mit Herzlichkeit und Motivation.
  • Verwenden Sie den Namen Ihres Gesprächspartners.
  • Sprechen Sie partnerorientiert ‐ «Sie»‐Standpunkt.
  • Stellen Sie wenn nötig klärende und bestimmende Fragen.
  •  Verabschieden Sie sich freundlich und mit Dank.
  • Bestätigen Sie Abmachungen und Entscheidungen schriftlich. 

Jobinterview

Im Interview versucht das Unternehmen, aufgrund Ihrer Aussagen, Ihres Verhaltens und der vorliegenden Unterlagen, einen Abgleich mit dem Anforderungsprofil der Stelle vorzunehmen. Im Gegenzug erhalten Sie weitere Sachinformationen und Einblick in die Unternehmenskultur.

Folgende Persönlichkeitsmerkmale versucht man herauszufinden:

Fachliche Kompetenzen

(Ausbildung, Weiterbildung, Praxiserfahrung)

Zwischenmenschliche Beziehungen

(Kontaktverhalten, Integration, Kooperation, Überzeugung)

Intellektueller Bereich

(Kommunikationsfähigkeit, Problemerkennung und ‐analyse, Stresstoleranz)

Arbeitsstil

(Organisation, Sorgfalt, Tempo, Initiative, Entscheidungsfreude)

Präsentation

(Flexibilität, Kreativität, Einstellung)

Ein Interview sollte immer ein Dialog sein. Also nicht nur Fragen beantworten, sondern interessante Fragen stellen. Sie tragen damit zu einem angenehmen Gespräch resp. Dialog bei. Achten Sie darauf, das Gespräch nicht an sich zu reissen.

Vorbereitung auf das Interview

Gliedern Sie Ihre Vorbereitung in folgende Punkte:

  • Berufliche und fachliche Erfahrungen, sowie persönliche Fähigkeiten
  • Erstellen Sie eine Liste Ihrer beruflichen und fachlichen Erfahrungen und notieren Sie zu jedem Punkt die wichtigsten Aufgaben und erreichten Ziele. Auch persönliche
  •  Fähigkeiten und Kenntnisse, die Sie sich angeeignet haben, gehören dazu. Betrachten Sie Ihre Qualifikationen unter dem Gesichtspunkt, ob und inwieweit Sie für Ihren künftigen Arbeitgeber interessant sind, d.h. setzen Sie Ihre Fähigkeiten in Beziehung zu den Anforderungen der Position.
  • Überlegen Sie sich, was und wie viel Sie zum Unternehmenserfolg beitragen würden.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie im Gespräch jederzeit über Ihre beruflichen Ziele Auskunft geben können. Filtern Sie heraus, welche Punkte Ihres Lebenslaufs

eventuell erklärungsbedürftig erscheinen. Welche Defizite könnten Sie für die zu besetzende Stelle haben und wie wären diese auszugleichen? Stellen Sie sicher, dass Sie Schwächen überzeugend erklären und zu entkräften wissen.

Kurzübersicht über den eigenen Werdegang

Etwa fünf Minuten sollten Sie anschaulich und interessant Ihren Werdegang darstellen, ohne ihn chronologisch wiederzugeben. Erzählen Sie Ihre Mini-Geschichte kurz, spannend, unterhaltsam und auf einen oder mehrere Höhepunkte angelegt. Interessant sind die Beweggründe für Ihre Schritte und Entscheidungen, Ihre Einsichten und Erfahrungen, Ihre Karriereplanung und die innere Kontinuität. Greifen Sie die Hauptstationen und Schlüsselphasen heraus. Benennen Sie Ihre individuellen Erfolge. Profilieren Sie sich aber niemals gegen die Gesamtleistung eines Teams. Halten Sie dabei den Blickwinkel auf das Job-Anforderungsprofil. Führen Sie Ihre Zuhörer an einem roten Faden durch Ihre Geschichte. Nichts passiert einfach so. Für alles gibt es Beweggründe und Absichten. Landen Sie schliesslich im Hier und Jetzt des Interviews.

Bauen Sie Ihre Geschichte vom eigenen Werdegang schrittweise auf. Am besten geht das mit einem aufmerksamen Zuhörer. Bitten Sie ihn beim Üben besonders auf das langweilige «also» oder «dann» zu achten sowie auf Ticks und Tücken der Körpersprache. Auch die Sprechweise und gebotene Kürze des Vortrags sind wichtig.

Bereiten Sie sich ebenfalls darauf vor, in zwei Sekunden Fragen zu Ihren Fähigkeiten und Ihrer Person zu beantworten (siehe Abschnitt «Fragenkatalog»). Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Antworten dazu vorab aufzuschreiben. In «Geschichten» und «Handlungen» zu antworten, ist Ihre Chance, einen individuellen Eindruck zu hinterlassen.

Unternehmensinformationen

Ihre Kenntnisse müssen auf dem aktuellen Stand sein. Dabei können Sie sich Unternehmensbroschüren zukommen lassen oder selbst recherchieren, z.B. in Fachzeitschriften, Tagespresse (auch Stellenanzeigen beinhalten Informationen zum Unternehmen), Internet (news.google.ch(.de),

www. search. ch, www.nzz.ch, www.teamedia. ch, www.faz. de, www.focus.de usw.), Networking-Kontakte (die aufschlussreichste Informationsquelle ist in den meisten Fällen das persönliche Gespräch mit einem Mitarbeitenden) oder Bibliotheken. Versuchen Sie sich so gut wie nur möglich über die folgenden Aspekte zu informieren:

  • Präsentation
  • Geschichte des Unternehmens und dessen Produktsortiment
  • Kundenbasis, Mitbewerber,· Geschäftsfelder, Standorte, Mitarbeiterzahl
  • Wettbewerbsvorteile, Stärken und eventuelle Schwächen·
  • Zukünftige Herausforderungen, mit denen sich das Unternehmen und dessen Markt konfrontiert sehen

Namen von leitenden Personen

Erarbeiten Sie eine Liste mit ca. zehn intelligenten Fragen über Informationen, die Sie gerne über die Firma hätten (und welche offensichtlich nicht herauszufinden sind). Heben Sie ungefähr sechs der Besten davon bis zum Ende des Gesprächs auf, um damit einen dynamischen und positiven Eindruck zu hinterlassen. Achtung: Oft werden Fragen vom Interviewer schon während der Vorstellung des Unternehmens geklärt. Durch Nachhaken bei Unklarheiten während des Gesprächs hinterlassen Sie einen interessierten Eindruck.

Gehaltsvorstellungen

Halten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen bereit (siehe unter «Gehaltsverhandlungen». Zusätzliche Recherche zu diesem Thema finden Sie auf unserer Web site unter «Service für Studierende/Rund um die Bewerbung/Gehaltsfragen).

Gesprächs-Unterlagen

Idealerweise stellen Sie eine Mappe für das bevorstehende Gespräch zusammen. Dort hinein gehören auf jeden Fall das Einladungsschreiben zum Vorstellungsgespräch, Ihre eigenen Bewerbungsunterlagen, eine Wegbeschreibung, Notizblock und Stift, Ihre Fragen an das Unternehmen und Visitenkarten. Falls Sie vor dem Interview noch ein Abschlusszeugnis erhalten haben, nehmen Sie davon eine Kopie zur Abgabe mit.

Freuen Sie sich, dass Sie Gelegenheit erhalten, ein interessantes Gespräch zu führen. Sie kommen nicht als Bittsteller, sondern Sie haben etwas anzubieten.

Ablauf eines Interviews

Der Verlauf und die Art des Vorstellungsgesprächs wird hauptsächlich vom Gesprächspartner bestimmt. Sie können aber durch Ihre Ausführungen und Fragen den Verlauf des Gesprächs beeinflussen.

Begrüssung

Gehen Sie mit Bestimmtheit auf Ihren Partner zu. Begrüssen Sie sie mit Namen, achten Sie auf einen angenehm festen Händedruck und ein freundliches Lächeln. Bedanken Sie sich kurz für die Einladung.

Platzzuweisung

Lassen Sie sich einen Platz zuweisen. Ihre Unterlagen gehören nicht auf den Platz des Gesprächspartners.

Einstieg

Konzentrieren Sie sich die ersten fünf Minuten besonders. Die erste Phase entscheidet meist über Sympathie.

Hauptteil

  • Kurzvorstellung des Unternehmens. Eventuell Überprüfung Ihres Wissens zur Firma.
  • Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Position (Bedeutung der Stelle).
  •  Selbstdarstellung des Bewerbenden (Werdegang, d.h. Ihre High‐ lights sollten Sie in wenigen Minuten prägnant und interessant darstellen. Schreiben Sie sich diese Selbstdarstellung auf und üben Sie eine flüssige Sprache).
  •  Fragen zur Ausbildung und Ihren beruflichen Kenntnissen.
  •  Vertiefungsphase (Motivation und Interesse am Unternehmen, Persönlichkeit und Selbsteinschätzung, Arbeitsstil und Selbstpräsentation, berufliche Zielvorstellungen und Erwartungen).
  • Fragen zur persönlichen und familiären Situation, zum Freizeitverhalten.
  • Querfragen, um Ihre Aussagen zu überprüfen.
  • Realistische Aufgabeninformation (Haupt‐ und Nebenaufgaben, Stellenziele, Anforderungen, Entwicklungsmöglichkeiten, Einarbeitungszeit).
  • Ihre Fragen an das Unternehmen.
  • Gehaltsfragen, Sozialleistungen (evtl. erst im zweiten Interview).

Schluss

Gesprächsabschluss. Beschreibung des weiteren Vorgehens und Verabschiedung.

Verhalten

  • Korrektes Verhalten bereits im Vorzimmer. Nicht rauche
  • Als Getränk nehmen Sie Mineralwasser an. Kaffee hat die Eigenschaft, nach einer gewissen Zeit im Mund ʺnachzuriechenʺ
  • Wenn Sie doch einen Kaffee möchten, bestellen Sie ein Glas Wasser und trinken Sie es nach dem Kaffeegenuss
  • Seien Sie so, wie Sie sind und nicht wie Sie glauben, dass es von Ihnen erwartet wird.
  • Optimismus zeigen, ohne zu übertreiben.
  • Sie dürfen etwas aufgeregt sein. Versuchen Sie es nicht mit Coolness zu überspiele
  • Es könnte überheblich wirken.
  • Höflichkeit ist wichtig, aber werden Sie nicht unterwürfig.
  • Sprechen Sie Ihr Gegenüber stets mit Namen an.
  • Danken Sie am Schluss für die Zeit, die man Ihnen zur Verfügung gestellt hat.

Aktiv zuhören

  • Hören Sie aktiv zu, interessiert und aufmerksam.
  • Folgen Sie interessiert den Informationen Ihres Gegenübers und zeigen Sie mit verbalen (ja, aha…) oder nonverbalen (Nicken) Äusserungen, dass Sie die Ausführungen verstehen. Wenn etwas unklar ist, fragen Sie nach.Blicken Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen, wenn er spricht.
  • Ihr nonverbales Verhalten stimmt mit Ihren verbalen Aussagen überein.
  • Machen Sie sich stichpunktartig Notizen zu den wesentlichen Aussagen. Dies lässt Sie nichts Wichtiges vergessen.

Fragen beantworten

Erfahrene Personalverantwortliche können mit einer Frage mehrere Möglichkeiten der Urteilsbildung nutzen: Offensichtlicher und versteckter Inhalt der Antwort; Art und Weise, wie die Antwort gegeben wird; Kommunikationsverhalten; Wirkung auf andere Menschen; Stressverhalten. Deshalb gilt:

  • Antworten Sie bereitwillig, wahrheitsgetreu, ruhig und überlegt
  • Bei Unsicherheit über eine Frage, zuerst nachfragen
  • Kurze und konkrete Antworten geben (klare Vorstellungen, konkrete Meinungen, differenzierte Weltbilder und gereifte Werthaltungen anbringen)
  • Betreiben Sie Selbst‐Marketing. Begnügen Sie sich nicht damit, einfach Fragen zu beantworten. Bringen Sie Beispiele vergangener Handlungen.
  • Nie über persönliche Probleme sprechen
  • Nie negativ über frühere Arbeitsplätze oder Personen sprechen.
  • Taktlose oder unverschämte Fragen höflich und bestimmt zurückweisen oder nicht beantworten
  •  Die Gesprächsführung dem Gegenüber überlassen.

Fragen stellen

  • Das Gegenüber nicht unterbrechen, sondern einen geeigneten Zeitpunkt abwarten, was nicht heisst, bis zum Interviewende zu warte.
  • Den vorbereiteten Fragenkatalog systematisch durchgehen (ohne ständig auf das Blatt zu sehen). Achtung: Keine bereits beantworteten Fragen stellen.
  • Respektieren Sie die beschränkte Zeit. Wenn Ihr Gegenüber ungeduldig wird, kürzen Sie Ihre Fragen.
  • Am Schluss niemals nach Ihren Chancen fragen. Sie werden eine ausweichende Antwort bekommen.

Interview-Fragen

Auf die wichtigsten Fragen müssen Sie vorbereitet sein. Sie können damit überzeugend darstellen, wer Sie sind, was Sie wollen und was Sie zu bieten haben.

Personalverantwortliche nutzen «Fragen» als zentrales Kommunikationsinstrument. Diese Fragen dienen zur Informationsgewinnung, zum Dialog und um das Gegenüber zu aktivieren, zur Differenzierung von Qualifikationen, zur Provokation oder zum Aufdecken verborgener Motive.

Überlegen Sie sich folgende Themen und Ihre möglichen Antworten genau:

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Rückblickend auf Ihre Ausbildung: Was sehen Sie kritisch, was würden Sie ändern wollen?
  • Welche Situation in Ihrem Werdegang hat Sie fachlich am meisten geprägt?

Schlechte Noten

Argumentieren Sie nicht mit hohen Anforderungen. Akzeptieren Sie die Noten und geben Sie offen zu, dass diese nicht den üblichen Studienleistungen entsprechen. Vielleicht haben Sie ein Thema einer Diplomarbeit falsch angepackt, dann haben Sie daraus gelernt. Vielleicht konnten Sie bei einer praktischen Arbeit dieses Thema umsetzen, was Beweis genug ist, dass Sie die Materie verstanden haben.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Wo haben Sie Misserfolge erlebt?
  • Wie gehen Sie damit um?

Berufspraxis

Wird ein roter Faden bei der Wahl der Arbeitsplätze sichtbar? Wie kompetent und übersichtlich strukturiert können Sie Ihre Arbeitsleistung darstellen? Wo liegen Ihre

Interessens‐ und Begabungsschwerpunkte?

Beispiele von möglichen Fragen:

Welche Erfahrungen mit der Berufswelt haben Sie gemacht?

Auf welche berufsrelevanten Leistungen sind Sie stolz?

Wie fühlen Sie sich in Ihren Arbeitszeugnissen beurteilt?

Was war Ihre grösste berufliche Enttäuschung?

Überfachliches Wissen

Man will wissen, wie Sie sich aktuelle Informationen aneignen und über welche Interessensgebiete Sie sich informieren.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Was interessiert Sie besonders?
  • Wie halten Sie sich auf dem Laufenden?
  • Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Erfindungen der letzten Jahrzehnte und warum?

Bewerbungsmotive

Dies betrifft Ihre Motivation für das Unternehmen allgemein und spezifisch für den Job. Betonen Sie, dass eine Anstellung die konsequente Fortsetzung Ihres Berufsweges bedeuten würde. Sie müssen gut darauf vorbereitet sein. Es handelt sich hierbei um die wichtigsten und entscheidendsten Fragen.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Was wissen Sie bereits über uns?
  • Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit/Eindrücke von uns?
  • Was interessiert Sie besonders an dieser Branche?
  • Was reizt Sie an dieser Aufgabe/Position?
  • Warum halten Sie sich für die ausgeschriebene Position für geeignet?
  •              Was wäre Ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg?
  •             Wie lange werden Sie schätzungsweise für die Einarbeitung brauchen?
  •             Wenn Sie Ihre anderen Angebote mit unserem vergleichen, wo liegen für Sie

unsere Vorteile bzw. Nachteile?

Erwartungen/Idealstelle

Das Unternehmen möchte erfahren, wie weit Sie sich mit den beruflichen Zielsetzungen auseinandergesetzt haben, welche Erfahrungen Sie gemacht haben, was Ihnen liegt/eher nicht liegt, in welchem Arbeitsumfeld Sie sich wohl fühlen/eher nicht wohl fühlen, wie gut Sie sich kennen und Ihre generellen Erwartungen oder Vorstellungen von einer idealen Stelle.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Was erwarten Sie von Ihrer beruflichen Tätigkeit?
  • Was hat Ihnen im Praktikum bei (Unternehmung) besonders gut gefallen/weniger

gut gefallen?

  • Welche Rahmenbedingungen benötigen Sie für eine optimale Leistungsfähigkeit?
  • Wie sieht Ihre Idealstelle aus (in Bezug auf Arbeit, Teamkultur usw.)?

Leistungsmotive

Die Firma möchte wissen, was für eine «Arbeitspersönlichkeit» Sie sind und welche Leistungsmerkmale Sie besitzen. Es gilt, Ihren Arbeitsstil herauszufinden und wie Sie unter Stress agieren, ob Sie Zukunftspläne haben und was Arbeit für Sie bedeutet.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Beschreiben Sie Ihren Arbeitsstil.
  • Welches war innerhalb der letzten 6 Monate die anspruchsvollste Arbeit, die Sie

geleistet haben?

  • Wann standen Sie unter grossem Zeitdruck und wie sind Sie damit umgegangen?
  • Würden Sie bei uns auch eine andere Aufgabe übernehmen, wenn es die

Situation erfordert?

  • In welchem Gebiet denken Sie, noch Defizite zu haben? Wie könnten Sie diese

verbessern?

Persönlichkeit

Wenn es um die Bedeutung von Arbeit, Erfolg und Leistung geht, müssen Sie dies vor dem Gespräch für sich geklärt haben. Wenn es um Konflikte geht, abstrahieren Sie. Formulieren Sie positiv, auch, wie die Konflikte gelöst wurden. Mit Fragen zu Ihrer Persönlichkeit wird erforscht, ob Sie emotional stabil sind.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Was bedeutet Arbeit für Sie?
  • Wie würden Sie sich kurz charakterisieren?
  • Wie gehen Sie mit Konflikten um?
  • Schildern Sie eine Situation, in der Sie unter schwierigen Umständen Ihre Ziele

erreicht haben.

  • Was bedeutet für Sie Teamarbeit?
  • Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie jemanden überzeugt

haben, eine Idee oder ein Projekt von Ihnen zu unterstützen.

  • Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie mit einer Niederlage umgehen mussten.
  • Welche Werte sind Ihnen wichtig?

Stärken und Schwächen

Wie stellen Sie sich dar? Wie glaubwürdig wirken Sie dabei? Lassen sich ungeahnte Schwächen entdecken? Sind Sie sich bewusst, dass es keine fachlichen Schwächen gibt, sondern lediglich Schwerpunktbildung im Studium und Ihre Bereitschaft, sich fehlende Kenntnisse in anderen geforderten Bereichen schnellstmöglich anzueignen? Des Weiteren ist es wichtig, dass Ihr Gegenüber im Gespräch den Eindruck gewinnt, dass Sie sich mit Ihren persönlichen Eigenschaften auseinandergesetzt haben.

Üben Sie selbst. Überlegen Sie sich Begriffe aus dem Bereich «soziale Kompetenz». Finden Sie für diese Eigenschaften jeweils zwei Situationen: Eine, in der die Eigenschaft als Stärke erscheint und eine, in der die Eigenschaft als Schwäche erscheint.

Beispiel: Selbstbewusstsein

  • Als Stärke: Ich bin selbstbewusst, das zeigt sich daran, dass ich im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen meine Meinung fundiert vertreten kann und so überzeuge.
  • Als Schwäche: Ich bin manchmal zu selbstbewusst, das zeigt sich daran, dass Kollegen von meinen Argumenten so beeindruckt sind,

dass ich schnell überzeuge. Problematisch ist dies jedoch dann, wenn komplexe Probleme detaillierte Lösungen erfordern. Weniger selbstbewusste Menschen trauen sich dann nicht, ihre Meinung zu äussern.

Lernbereitschaft

Wie motiviert sind Sie, beruflich und persönlich in der Aneignung von Kompetenzen voranzukommen? Sind Sie auch bereit, ausserberuflich in Lernphasen zu gehen?

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Was ist Ihre Lernstrategie für die nächsten fünf Jahre?
  • Welchen Stellenwert hat Fortbildung für Sie?

Führungskompetenz

Von Führungspersonen wird erwartet, dass sie Mitarbeitende entsprechend ihren Stärken und Schwächen fordern und fördern sowie konstruktive Rückmeldungen geben. Führungskräfte sind fähig, Teams zu bilden, zu leiten und unterschiedliche Mitarbeitermentalitäten zu integrieren. Sie beraten und unterstützen ihr Team und erkennen Potenziale. Sie halten Teams zusammen, moderieren, setzen Spielregeln und gestalten eine kollegiale Zusammenarbeit. Eine Führungsperson nimmt Einfluss auf andere, versucht Individuen und Gruppen auf Ziele auszurichten und packt Aufgaben und Probleme ziel‐ bzw. lösungsorientiert an.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Wann ist für Sie Teamarbeit notwendig?
  • Welche Arten von Führungsstil kennen Sie und welcher ist Ihrer?
  • Wie treffen Sie Entscheidungen?
  • Wie motivieren Sie?
  • Warum ist Ihre Bürotür offen oder geschlossen?
  • Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihrer Meinung nach eine

Führungspersönlichkeit haben muss? Besitzen Sie diese Eigenschaften?

Situative Fragen und Fallstudien

Sie sind im Vorstellungsgespräch besonders dann anzutreffen, wenn kein Assessment Center durchgeführt wird. Diese kleinen Aufgabenstellungen aus der Praxis sollen die Fähigkeit, mit neuen Anforderungen umzugehen sowie das Gespür für Situationen hinterfragen. Teilweise wird damit auch entsprechendes Fachwissen überprüft. Bevorzugt werden aufgabenrelevante, kritische Situationen beschrieben. Teils werden sie aus dem Stellen‐ und Anforderungsprofil hergeleitet. Vielfach wird auch geprüft, wie Sie an eine Lösung herangehen. Stellen Sie klärende Fragen? Benötigen Sie lange Bedenkzeit? Versuchen Sie, einer Antwort auszuweichen?

Sprachkenntnisse

Wenn Sie sich auf eine Position bewerben, bei der ausgezeichnete Sprachkenntnisse verlangt werden, werden Sie im Vorstellungsgespräch oft gebeten, Ihren Lebenslauf, Ihren beruflichen Werdegang oder Ihre Diplomarbeit in der geforderten Fremdsprache darzustellen. Bereiten Sie daher Ihre Selbstpräsentation und eine Kurz‐Präsentation Ihrer Diplomarbeit in dieser Sprache vor.

„Freizeitaktivitäten“/private Lebensgestaltung

Vermeiden Sie den Eindruck von Einseitigkeit. Zeigen Sie, dass Sie verschiedene Themen interessieren. Über private Zukunftspläne muss man sich nicht äussern, wenn es einem unangenehm ist. Sie sollten aber trotzdem natürlich antworten können. Halten Sie die Antworten allgemein.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Wie sieht Ihre Lebensplanung aus?
  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
  • Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Familiärer Hintergrund

Leben Sie allein oder mit einer Partnerin/einem Partner zusammen? Welche Haltung hat Ihr persönliches Umfeld zu Ihrem Beruf? Was sagt Ihr Partner/Ihre Partnerin zu Ihren Plänen? Gehen Sie nicht zu sehr ins Detail, Sie müssen sich nicht rechtfertigen. Man möchte lediglich wissen, ob Sie in beruflicher Hinsicht die Unterstützung Ihrer Angehörigen haben.

Unerwartete Fragen

Erwarten Sie auch Fragen, die völlig aus dem Gesprächskontext herausgerissen sind.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Können Sie lügen?
  • Weshalb würden Sie sich selber allenfalls nicht einstellen?
  • Sie sagten, Sie seien ehrgeizig. Dann sind Sie also auch ein Geld‐ und

Machtmensch?

  • Alle Menschen haben Komplexe. Welchen Komplex haben Sie?
  • Was wäre das Schlimmste, was Ihnen passieren könnte?

Gesundheitszustand

Leiden Sie unter einer chronischen Krankheit? Erkrankungen, die keine direkte Einschränkung in der Arbeitsleistung und für die Position bedeuten, gehen den Arbeitgeber nichts an.

Arbeitskonditionen

Können Sie den Wert Ihrer Arbeitsleistung angemessen einschätzen? Kann man Sie leicht herunterhandeln? Wie flexibel sind Sie bezüglich Arbeitsvergütung, Arbeitszeit und Arbeitsort?

Je nach Ausgangssituation ist für eine gewisse Startphase eine etwas niedrigere Gehaltsgruppe nichts Ehrenrühriges. Lassen Sie sich aber Ihre Gehaltssteigerung schriftlich geben.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Was würden Sie bei uns gerne verdienen?
  • Wie weit können Sie uns entgegenkommen in Bezug auf…?
  • Wann könnten Sie bei uns anfangen?

Ihre Bewerbungsstrategie

Vielleicht fragt Sie Ihr Gegenüber nach Ihrem Stand in Ihrer Bewerbungsstrategie.

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Wo haben Sie sich noch beworben?
  • Wie ist Ihre Arbeitsuche bis jetzt gelaufen?

Man möchte wissen, wie ernst Sie Ihre Bewerbung für diese Position nehmen. Wenn Sie andere Bewerbungen laufen haben, dürfen Sie selbstbewusst, aber kurz darauf hinweisen.

Machen Sie deutlich, dass Ihr Hauptinteresse auf das Unternehmen gerichtet ist, bei dem Sie gerade das Bewerbungsgespräch führen.

Fragen an Frauen

Besonders Frauen werden im Vorstellungsgespräch häufig mit unzulässigen Fragen betreffend Kinderwunsch und Familienplanung konfrontiert. Geben Sie klar bekannt, dass Sie sich im Moment für Ihren Berufseinstieg, Ihre Karriere interessieren.

Schlussphase

Das Unternehmen möchte Ihre Stimmungen und Resultate des Gesprächs abfragen. Ist Ihr Interesse nach wie vor vorhanden und wie haben Sie das Interview empfunden. Gibt es Ihrerseits letzte zu klärende Fragen?

Beispiele von möglichen Fragen:

  • Sagen Sie uns abschliessend nochmals, warum Ihrer Ansicht nach gerade Sie für

die Stelle geeignet sind?

  • Welche Fragen haben Sie zum Abschluss an uns?
  • Welchen Eindruck haben Sie von unserem Unternehmen gewonnen?

Ihre Fragen im Interview

Sie sollten sich vorab überlegen, welche Fragen Sie selbst stellen wollen. Haken Sie ausserdem im Gespräch nach, wenn Ihnen etwas nicht klar ist oder Sie etwas nicht verstehen. Einen Pluspunkt verschaffen Sie sich, wenn Sie während des Gesprächsverlaufs situativ neue Fragen stellen. Sie zeigen dadurch Ihre Fähigkeit, spontan auf Informationen einzugehen. Stellen Sie jedoch keine Fragen über Informationen, die man Ihnen bereits gegeben hat, ausser Ihnen ist etwas unklar.

Fragen zum Unternehmen

Verschaffen Sie sich Informationen über Aktivitäten, Erfolg und Unternehmenskultur des Wunscharbeitgebers. Quellen sind: Unternehmensbroschüren, Internet, Handelsregister, Wirtschaftsverbände und Zeitungsarchive. Aber auch Mitarbeitende im Unternehmen können hilfreiche Informationen liefern. Achten Sie besonders auf aktuelle Projekte und Probleme des Unternehmens. Stellen Sie keine

grundsätzlichen Fragen. Dies würde bedeuten, dass Sie sich nicht über die Firma informiert haben.

Beispiele:

  • Gibt es ein Organigramm des Unternehmens, in dem der ausgeschriebene Arbeitsplatz dargestellt ist?
  • Wie sind die Entscheidungs‐ und Kommunikationsprozesse?
  • Stehen wichtige Veränderungen im Unternehmen an?

Fragen zur Position

Im Hinblick auf die ausgeschriebene Position wird erwartet, dass sie sich in groben Zügen über das Tätigkeitsfeld und das Berufsbild Gedanken gemacht haben.

Beispiele:

  • Wie lange gibt es diese Position bereits?
  • Was sind die Schnittstellen mit Aufgaben anderer Abteilungen?
  • Wie weit reichen die Handlungsspielräume?
  • Kann ich ein detailliertes Stellenanforderungsprofil bekommen?
  • Was sind die lang‐ und mittelfristigen Entwicklungsmöglichkeiten?
  • Besteht die Möglichkeit für Auslandseinsätze?

Fragen zum sozialen Umfeld

Das Arbeitsumfeld hat einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden. Lassen Sie sich das Umfeld erläutern und stellen Sie Fragen.

Beispiele:

  • Welcher Führungsstil wird gepflegt?
  • Wird die Arbeit im Team oder einzeln ausgeführt?
  • Darf ich die Teammitglieder kennenlernen?

Killer-Fragen beim ersten Interview

  • Arbeitsvertrag
  • Gehalt
  • Sozialleistungen
  • Parkplatz
  • Vergütung von Vorstellungsterminen

 

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